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Sommer-Outdoorkurs ab dem 22.06.

Athletik-Training für Läufer unter freiem Himmel Am 22. Juni  startet  laufend aktiv...

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05.09.2015
18:07

verkürzte Schlussetappe

Es wurde ja bereits gestern vor der Pastaparty gemunkelt, dass die heutige Etappe auf Grund von Schnee oberhalb von 2800 m verkürzt und auch nicht so hoch geführt wird. So kam es dann auch. Die heutige Etappe wurde auf 39,2 km verkürzt und wir wurden über einen niedrigeren Paß nach Sulden geleitet.

Ansonsten gibt es heute nicht ganz so viel zu berichten. Es hieß mal wieder 5 Uhr aufstehen, da der Start trotz der verkürzten Etappe auf 7 Uhr festgesetzt wurde. Ein letztes Mal 5.30 Uhr frühstücken, Tapes anlegen und erneut für den aktuellen Tag motivieren. Ein letztes Mal einchecken und dann ging es pünktlich 7 Uhr mit dem „Highway to hell“ im Regen los.

Für uns hieß es nur irgendwie durchkommen und zu finishen. Daher liefen wir fast wieder am Ende von Block A los. Es zeigte sich jedoch, dass heute bei Dirk gar nix mehr ging. Auf der Ebene am Anfang war schon die Atemnot da und er schnaubte wie ein Maikäfer. Bergauf nur im Walkingschritt. Abwärts war die einzige Disziplin, wo es auch laufbar war. Am Anfang ging es sehr lang bergab, so dass wir doch ein wenig laufen konnten und kamen so schnell zur ersten Verpflegung nach ca. 1 Stunde. Von hier aus schlängelte sich der Weg immer weiter geradeaus durch´s Tal bzw. am Talrand entlang. Aber nun hieß es auch hier walken. Nix ging mehr. Immer mehr Läufer überholten uns. Ab ca. 17 km schob ich mit meinem Stock Dirk auch teilweise die Berge hoch.

Nach ca. 20 km die 2. Verpflegung und bis zur Silfser Brücke, der dritten Verpflegung folgten wir der Originalroute. Hier traf ich Kerstin und wir quatschten eine Weile. In der Zwischenzeit kam auch Tom mit seinem Partner zur Verpflegung. Ab hier folgte der letzte Aufstieg zum Paß und dann sollte es abwärts nach Sulden gehen.

Am Anfang des Anstieges überholte uns dann auch Tom. Schließlich fanden wir eine Gruppe, mit der wir den weiteren Berg bergauf meisterten und schließlich auch den Abstieg. Ein letztes Mal sahen wir das 5 km Schild und schon liefen wir in Sulden ein. Das Ziel nährte sich immer mehr. Kurz vor dem Zieleinlauf, dann die große Überraschung. Wie es der Zufall will, waren Freunde aus Dresden hier im Urlaub und sie standen durch Zufall an der Strecke.

Das Ziel war für heute in die Sporthalle von Sulden verlegt und die letzten Meter der Tour absolvierten wir im Spalier der Zuschauer und der Blitzichter der Fotografen. Endlich war es geschafft und wir haben die heutige Etappe nach 05:50 Std. gefinisht. Das bedeutet im Endresultat Platz 20 bei den Master Men und im Gesamtklassement Platz 76.

Ein letztes Mal Massage genießen, ein letztes Mal auch für Dirk bei seiner Lieblingsmasseurin, und ab in die Unterkunft. Jetzt eine Mütze Schlaf, gemeinsam die Fotos der letzten Tage von Frank anschauen und nun gleich los zur großen Abschlußparty. Es wird eine kurze Nacht werden und wir freuen uns drauf.

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04.09.2015
16:49

Wandertag

Heute erwartete uns eine der schönsten Etappen des diesjährigen Trans-Alpine Run. Es geht von Scoul, über die Uina-Schlucht nach Südtirol bis nach St. Valentin am Reschenpass mit 1633 HM im Aufstieg und 1376 HM im Abstieg.

 

Bereits am gestrigen Nachmittag und Abend war ich immer schon irgendwie ständig müde und abgeschlagen. In der Nacht ging es mir durch den Magen und heute stand ich irgendwie etwas neben mir. Schon beim Frühstück wollte mein Körper irgendwie nicht so richtig was zu sich nehmen und kurz danach legte ich mich nochmal für 10 min ins Bett. Alles war irgendwie seltsam komisch. Da merkt man halt die 6 Tage Belastung bisher. Mein Vitalmonitor sagte mir aber, dass ich körperlich gut regeneriert hatte und so war ich dann doch optimistisch gestimmt. Als wir dann in unseren Startblock eincheckten, kehrten meine Lebensgeister zurück und passend zum Start war ich wieder voll da.

Der Start erfolgte heute wieder zeitlich verzögert zwischen den Blocks, da der Weg sich kurz nach dem Start sehr verengte und es danach recht eng erstmal weiterging. Dirk ist ja schon seit 3 Tagen gehandicapt und so stellten wir uns heute ans Ende des Startblockes, um zu schauen wie es sich für heute anging.

Am Anfang dachte ich, paßt alles bei ihm. Jedoch sollte ich mich da geirrt haben. Ich passierte vor ihm die Engstelle und lief eine Weile mit Herrn Dr. Miksch, den Führenden der Senior Master Men, der auch mittlerweile gezeichnet war, um ihn jedoch nach einem sehr angenehmen Gespräch dann nach knapp 6 km doch ziehen zu lassen. Hier in Sur En ging es in den Anstieg zum Schlinigpass auf 2315 m und der Uinaschlucht und hier wollte ich auf Dirk warten, um gemeinsam nach oben zu steigen. Dabei passierten mich viele Läufer, u.a. auch Nolle, aber Dirk war weit und breit nicht zu sehen. Als ich mich schon entschieden hatte, den Weg zurückzugehen, kam er dann doch.

Er berichtete, dass ihm selbst auf den kleinsten Anstiegen sofort die Luft ausging und er überhaupt nicht in seinen Rhythmus kommt. Ich würde es bildhaft als stehende KO bezeichnen. Es galt nun die Kräfte dosiert einzuteilen und einen „Wandertag“ einzulegen. Dabei beschäftigte ich mich, erstmals bei meinen 4 Teilnahmen mit dem Zeitlimit und sagte dann auch zu Dirk, falls wir uns diesen zu sehr nähern würden, dass ich ihn dann aus dem Rennen nehme. Gesundheit geht vor.

So legten wir Kilometer für Kilometer zurück, wurden dann auch bereits von Läufern aus Startblock B überholt und erreichten dann die erste Verpflegung, die auf Grund eines Murenabgangs, weiter nach unten verlegt worden war. Als wir dann den Ort der eigentlich für die Verpflegung geplant war erreichten, hatte wir ca. 1 Stunde Vorsprung vor dem Zeitlimit. Kurz danach verschwand langsam die Baumvegetation und die Uina-Schlucht eröffnete sich uns. Immer wieder faszinierend, was da vor vielen Jahren durch Menschenhände entstanden ist und welches Naturschauspiel sich bietet.

Als wir aus der Schlucht heraus kamen und den Pass erreichten, eröffnete sich das schöne Südtirol vor uns. Der Ortler war leider in Nebel gehüllt, aber die Sonne verwöhnte uns mit ihren Strahlen. Von hier aus ging es immer leicht wellig zur zweiten Verpflegung, der Plantapatsch Hütte. So langsam fand Dirk einen gewissen Rhythmus für heute. Das schien an der guten Südtiroler Luft zu liegen. An der zweiten Verpflegung hatten wir bereits 2 Stunden Vorsprung auf´s Zeitlimit.

Jetzt hieß es nochmal den letzten Anstieg des heutigen Tages, auf den Schafberg mit 2409 m zu bewältigen und dann ging es 10 km fast nur noch bergab. Zuerst etwas schottrig, dann leicht vewurzelt über große Bergwiesen und schmale Wege im Wald. Wie angenehm es hier nach Nadelholz roch. Dann nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Oberdörfer Alm, der dritten Verpflegung, weiter über breite Forstwege, von dem aus sich uns bereits ein Blick nach St. Valentin eröffnete, und letztendlich über Asphalt bis nach St. Valentin herein. Der Weg war zum Schluß leicht verändert im Gegensatz zu vor 2 Jahren und nach 05:53:48 Std. beendeten wir nach einer kurzen Schleife durch den Ort die heutige Etappe. Damit belegten wir für diesen Tag bei den Master Men den 38. Platz von 56 Teams.  Das bedeutet, dass wir in der Gesamtwertung der Master-Men einen Platz auf 20 nach unten rutschen und bei der Wertung aller Altersklassen auf Platz 69.

Morgen geht´s dann nach Sulden. Wie es in Gerüchten heißt, wird die Etappe auf Grund von Schnee verkürzt und soll auch nicht so hoch gehen. Das wird uns nachher im Rahmen der Pastaparty bekannt gegeben.

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03.09.2015
17:44

Angeknocked

Tag 6 steht heute auf der Agenda. Ab hier zeigt es sich in der Regel beim Trans-Alp, wer sich bisher die Kräfte gut eingeteilt hat und wer nicht.

Heute Nacht hatte es etwas gewittert und die Wettervoraussichten für heute waren auch nicht so berauschend. Punkt 6 Uhr klingelte der Wecker, schnell die üblichen Tapes geklebt. Und diesmal gab es für Dirk ein Tape zur Unterstützung der Atmung, nachdem er gestern Atemprobleme hatte. 6.30 Uhr Frühstück und 7.25 Uhr Abfahrt zum Start. Und das schöne war: es war trocken und oben über den Bergen blitzelte die Sonne. Beim letzten Briefing vor dem Start wurde uns dann auch die gute Nachricht verkündet, das es fast den ganzen Tag trocken bleiben soll.

Punkt 8 Uhr dann der Start und es zeigte sich sehr schnell, das es bei Dirk doch nicht so wie gewünscht lief. Es lief zwar irgendwie, aber nicht so wie vielleicht erhofft und gedacht. Das bedeutete Geschwindigkeitsreduzierung, und wir wurden von Läufern angro überholt. Auf einmal befanden wir uns in einem Teil des Feldes wieder, den wir noch nie so gesehen hatten.

Die heutige Etappe kenne ich noch vom Trans-Alp von vor 2 Jahren. Damals war es ein absoluter Sonnentag, dem Holger und ich damals Tribut zahlen mußten. Es geht von Samnaun gleich immer leicht ansteigend auf Forstwegen hoch zum Zeblasjoch, der ersten Verpflegung, auf 2539 m. Danach wechselten wir in einem schönen Rhythmus immer wieder die Grenzen von Österreich und der Schweiz auf wunderbar zu laufenden Singletrails, die alle leicht schlammig waren. Nach einem kurzen Zwischenabstieg ging es weiter hoch auf die Fuorcla Val Gronda auf 2752 m. Sobald es hoch ging, war es mit der Luft von Dirk aus. Im Boxsport würde man sagen, der Boxer ist angeknocked und taumelt. Die Devise für die letzten Kilometer bis Sulden lautet also ab sofort nur noch irgendwie durchkommen.

Von dort aus wieder bergab und dann hoch auf den Fimberpass auf 2608 m. In diesem Anstieg frischte auch der Wind auf, Dirk zog sich die Jacke drüber und ich zog meine Handschuhe an. Bis hierhin war ich nach der V1 eine Weile hinter Ivi gelaufen, mußte dann allerdings abreißen lassen.

Nach dem Fimberpass waren es nur noch wenige Kilometer bis nach Farola, der zweiten Verpflegungsstelle in einem Tal. Dorthin führte uns ein schmaler Weg, der sich zum Schluß hin an einem Bach entlang schlängelte und den es auf einer schmalen Brücke zu überwinden galt. Ich war immer ganz leicht voraus und wartete dann an der Zeitmessmatte auf Dirk. Dort sah ich dann, das er am rechten Knie leicht blutete und er berichtete, das er kurz vor der Bachquerung nicht konzentriert war und dann stürzte. Eine leichte Schramme, die halt sehr oberflächlich war und „saftete“. Aber ansonsten alles ok. Das bedeutete wir hatten knapp die Hälfte für heute geschafft.

Nach der zweiten Verpflegung ging es wieder zuerst auf schmalen und schlammigen kleinen schmalen Waldwegen, weiter über breite Forststraßen auf den letzten Anstieg auf Fuorcia Campatsch auf 2730 m. Ein sehr langer Anstieg, der sehr fordernd ist, immer über der Baumgrenze und wo man ausreichend Flüssigkeit braucht, um ihn bei Sonne zu überstehen.

Dieser Anstieg zerrte das Feld weit auseinander und viele Läufer waren sehr gekennzeichnet von den letzten Tagen. Kurz vor dem Sattel sah ich dann Tilo und oben auf dem Sattel wechselte ich ein paar Worte mit ihm. Von hier bis zur dritten Verpflegung, der Motta Naluns (die Bergstation der Seilbahn von Scoul), ging es über leichten Schotter, der denoch sehr gut zu laufen war und kleine Trails. Theoretisch ein Trail, den man förmlich herabfliegen kann, auf Grund der aktuellen Situation jedoch leider nicht. Die Motta Naluns war die letzte Verpflegung für heute. Hier gab es nur kurz eine kleine Stärkung, ehe wir die letzten 6 km bis ins Ziel bergab in Angriff nahmen. Das war vor 2 Jahren die Strecke des Bergsprints gewesen. Kein Vergleich zu der Etappe gestern wie ich finde.  Sie war viel fordernder. Die Strecke führte uns zuerst ca. 3 km über einen Abfahrtshang, immer auf einer Wiese entlang, dann 2 km Schotterweg und Straße und den letzten km in der Stadt dann auf Kopfsteinpflaster. Im Ort hieß es nur noch eine Brücke überqueren und ins Ziel einzulaufen. Dies erreichten wir nach 06:01 Std. und rutschten damit auf Platz 18 bei den Master Men und im Gesamtklassement auf Platz 60 zurück.

Kurz nach unserem Zieleinlauf fing es mit regnen an. Welch ein Glück wir doch mit dem Wetter hatten. Der Regen war jedoch nicht lang anhaltend und so konnten wir kurz danach in den Inn unsere Beine abkühlen und weitermarschieren zur Massage. Dirk ging zu seiner mittlerweile persönlichen Masseurin und ich stieg einfach auf eine freie Bank. All die Tage waren die Massagen immer gut gewesen, so das ich jeden Tag gute Beine hatte.

Nach der Massage konnten wir uns dann auch das Camp des Trans-Alpine Run anschauen. Es war am heutigen Tag in einem Bunker unter einer Schule untergebracht. Das war echt der Hammer und wir waren froh, das wir unsere schönen Unterkünfte hatten. Jetzt schnell ab in unser Hotel. Kurz geduscht und dann ab in die Gondel zur Pastaparty.

Morgen erwartet uns eine landschaftlich wunderschöne Etappe nach St. Valentin am Reschenpass über die Uinaschlucht. Eine Etappe über 37,8 km. Mal schauen wie wir drüber kommen.

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02.09.2015
20:23

Bergsprint oder Ruhetag

Heute konnten wir seit langem mal wieder richtig lange schlafen und ausschlafen. Denn heute stand der Bergsprint auf dem Programm. Dabei starten alle Teams wie bei einem Zeitfahren im Radsport im Abstand von 20 sek. nacheinander. Die Teams die in der Gesamtwertung ganz hinten stehen, starten als erste ab 10 Uhr und die schnelleren starten hinterher.

Auf Grund unsere guten Gesamtplatzierung, bedeutete dies für uns Startzeit um 11:21 Uhr. Das war ja zur besten Mittagszeit. So konnten wir bis 8 Uhr ausschlafen und uns von den zurückliegenden 3 Tagen gut regenerieren. Punkt 8 Uhr krähte wieder der Hahn und Frank war bereits unterwegs zum Bäcker, um frische Brötchen für uns zu organisieren. So ruhig wie heute haben wir in den letzten 4 Tagen noch nie gefrühstückt. Frische Brötchen, frischer Kaffee und selbstgemachte Marmelade. Was wollten wir mehr.

In der Nacht hatte es wie bereits am späten gestrigen Nachmittag geregnet. So war es für alle verpflichtend einen Rucksack mit langen Sachen mit sich zu führen. Von unserer Unterkunft waren es nur knapp 5 min bis zum Start und so machten wir uns kurz vor 11 Uhr dorthin.

Hier war es gegenüber den vorherigen Tagen sehr ruhig und jeder suchte einen trockenen Unterstand. Wie ich erfahren hatte, waren von gestarteten 312 Teams nur noch 230 Teams am heutigen Tag am Start. Wie üblich checkten wir ein und dann sollte es heute 6,3 km bergan in den Bergsprint mit 731 HM im Aufstieg bis auf 2499 m, der Bergstation Alp Trider Sattel, gehen. Der Starter zählte die letzten 5 Sekunden runter und los gings.

Wir rannten zuerst die letzten 2 km des gestrigen Tages zurück und dann ging es in den Aufstieg rein. Durch den Regen der letzten Nacht, waren die Wege sehr schlammig, wobei auch unsere Vorläufer ihren Teil dazu beigetragen hatten. Am heutigen Tag gab es auch die Besonderheit, das die beiden Teampartner nicht zusammen rennen müssen. Für die Tageswertung zählt die Gesamtzeit der beiden Partner, für die Gesamtwertung zählt aber nur die Zeit des Langsameren.

So kam es, das ich als erstes in den Aufstieg ging und mir Dirk folgte. Unser Abstand vergrößerte sich auch schnell und wir waren außer Sichtweite. Der Aufstieg führte uns auch durch die Wolken hindurch, so das an eine schöne Sicht nie zu denken war. Außerdem hieß es ständig die Konzentration hoch zu halten, um nicht weg- und auszurutschen. Der Regen kam von oben und das Wasser durch die den Berg herabfließenden Bächen von unten in die Schuhe. Kein Zentimeter Haut war irgendwann mehr trocken. 

Heute früh hatte ich dann so mit ca. 75 bis 80 min für den Aufstieg gerechnet. Ich war dann aber schon nach 01:00:24 Std. oben und Dirk nach 01:03:57 Std. Er hatte von Anfang an Probleme mit der Luft und war so nie richtig ins Rennen an diesen Tag gekommen.

Oben hieß es dann schnell ins Trockene zu kommen, trockene Sachen anzuziehen und sofort ging es weiter zur Pastaparty, an diesem Tag mal mittags, auf der Bergstation. 14 Uhr waren wir dann schon wieder zur Massage im Tal und den restlichen Tag nutzten wir zum Schlafen und einfach mal nix zu tun, spazieren zu gehen oder die Seele baumeln zu lassen.

Morgen geht´s dann nach Scoul. Wettertechnisch sieht es sehr wechselhaft aus. Lassen wir uns überraschen.

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01.09.2015
16:52

1. Königsetappe

Die heutige Etappe wurde uns gestern bei der Pastaparty als die 1. Königsetappe des diesjährigen Trans-Alpine Run angekündigt. Es sollte die längste Etappe werden, den längsten zusammenhängenden Anstieg beinhalten, sowie die meisten Höhenmeter im Aufstieg geben. Das flößte uns Respekt ein.

Nach einer sehr guten Nacht klingelte der Wecker wieder 5 Uhr. 5.30 Uhr hatten die barmherzigen Schwestern das Frühstück angerichtet. Und wie es der Zufall will, nächtigten die Fotografen von Plan B und Ronald Schlump von Salomon bei uns. So hatten wir ein kurzweiliges Frühstück und waren 7.35 Uhr pünktlich im Startgebiet. Hier tapte ich Matthias nocheinmal sein Knie, ehe wir wieder eincheckten.

Punkt 7 Uhr nach dem obligatorischen "Hihgway to hell" erklang der Startschuss und ab gings. Zuerst durch die Fußgängerpassage und dann immer leicht ansteigend ca. 2,5 bis 3 km aus dem Ort heraus zum längsten zusammenhängenden Anstieg der gesamten Tour. Hierbei mußte ich Dirk immer wieder im Tempo bremsen. Bei ihm "scharrten die Pferde mit den Hufen" zuviel. Schließlich sollte es wieder warm werden und der gestrige Tag ging auch nicht ohne Muskelkater für uns,an uns vorbei.

Der lange Anstieg bis zum Fisser Joch auf 2432 m begann mit einem kleinen Waldweg, ging in eine lange Straße über, wechselte dann auf schön kleine Singletrails und endete im Endeffekt auf einer Skipiste, die wir empor stampften.Dirk und ich hatten jeder seinen eigenen Rhythmus. Auf der Skipiste kam dann noch ordentlich Wind dazu und nach 2:29 Std. waren wir endlich oben. So in etwa hatte ich auch gerechnet.

Hier oben bließ ordentlich der Wind und wir stärkten uns nur kurz. Seit heute esse ich neben der Gurke mit Salz, auch noch etwas Schinken und Salami. Die ganzen süßen Dinge am Tag reichen aus, bzw. sind mir langsam zu viel. Und wie wir da so oben stehen, kommt auch das 1.Naumburger Team oben an. Da bin ich doch sehr überrascht, denke aber nicht groß drüber nach. Rein in den Abstieg in schöne laufbare Wege, teilweise leicht verblockt. Die wahre Freude hier  runter zu "fliegen". 

Der Trail geht bis zum Kölner Haus auf 1965 m, kurz an einen kleinen See vorbei und sofort danach hoch zur zweiten Verpflegung auf 2587 m, dem Arrezjoch. Am Kölner Haus warte ich kurz auf Dirk, so das wir den zweiten Anstieg wieder gemeinsam in Angriff nehmen. Auf dem Anstieg sehen wir wieder Tilo und mein Zwischenfazit zum heutigen Tag, vor dem ich sehr viel Respekt hatte, ist sehr gut und meine Beine sind auch gut. Im weiteren Verauf des Anstieges fülle ich meine Blase an einem Bergbach auf und renne mit Marcus von den Asics Frontrunnern bis kurz vor die 2.Verpflegung und wir unterhalten uns sehr angeregt. Aber hier war der Anstieg noch nicht zu Ende. Über den Hexensattel ging es noch hoch auf die Ochsenscharte mit 2787 m. Und dann bekamen wir die erste Breitseite des Trans-Alpine zu spüren. 

Im wunderschönen Abstieg passierte es. Ich lief wie die letzten Tage immer voran, Dirk dabei stets im Blickwinkel. Und irgendwie wurde der Abstand zwischen uns immer größer. Daraufhin reduzierte ich mein Tempo sehr stark und wartete immer wieder. Irgendwann war ich dann doch sehr stutzig, nachdem ich keinen Sturz gesehen hatte, wartete und fragte was los ist. Knapp zusammengefaßt war einfach der Saft weg, die Oberschenkel schmerzten und Dirk war mit seinem großen Zeh, der schon etwas blau ist, nachdem er damit bei einem der Abstiege der letzten Tage Bekanntschaft mit einem Stein geschlossen hatte, wieder angestoßen.

Das erklärte so einiges, auch weshalb die beiden Naumburger Teams und noch ein paar andere förmlich an uns vorbeiflogen. Jetzt konnte ich mit der Situation auch gleich ganz anders umgehen und entsprechend reagieren. Das bedeutete das Tempo noch mehr reduzieren, irgendwie die heutige Etappe finishen und dann den morgigen Tag nach dem Bergsprint zur Regeneration nutzen. Auf dem Abstieg zur dritten Verpflegung holten wir dann auch noch ein paar lädierte Läufer ein.

Hier machten wir nur kurz Stop und Dirk lief etwas vor mir wieder los. Das sollte nach dem erlebten kein Problem sein. Wie ich mich da geirrt hatte. Irgendwie bekam Dirk eine zweite Luft, das Gelände war wie für ihn geschaffen: große breite Forstsstraße und immer dezent ansteigend. So wurde unser Abstand statt kleiner immer größer. Wir holten dabei noch 2 bis 3 Teams ein, aber irgendwann mußte ich Dirk bitten, doch etwas das Tempo zu reduzieren. Der langsame Abstieg war in meinen Oberschenkeln spürbar. So überquerten wir dann nach 07:05:58 Std. nach 45,7 km die Ziellinie und belegten damit am heutigen Tag Platz 13 bei den Master-Men. Für die Gesamtwertung bedeutet das eine Verbesserung auf Platz 14 bei den Master-Men und Total auf Platz 52.

Wie üblich ging es danach in den kühlen Bergbach, tranken mehrere Alkoholfreie, quatschten mit der Läuferfamilie und gönnten uns danach wieder eine Massage. Zur Pastaparty geht´s heute hoch auf den Berg mit der Gondel. Leider regnet es mittlerweile, so das uns wohl ein schöner Ausblick verwehrt sein wird. Für die kommenden Tage sieht es wettertechnisch schlecht aus: fallende Temperaturen bis auf 9 Grad, sowie Regen. Aber wir hoffen das Beste.

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